Matomo – datenschutzkonformes Tracking für Unternehmen
Inhalt
- Was ist Matomo Analytics?
- Für wen eignet sich Matomo?
- Die Entwicklung von Matomo
- Wie funktioniert Matomo?
- Zwei Varianten des Trackings
- Zusatzintegration für Matomo
- Welche Matamo Lösungen gibt es?
- On-Premise (Selbst gehostet)
- Matomo Cloud
- Managed Service (MaaS)
- CMS-Integration (WordPress)
- Matomo und der Datenschutz
- Welche Daten erfasst Matomo?
- Matomo Dashboard
- Unterschied zwischen Matomo Analytics und Google Analytics
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Was ist Matomo Analytics?
Matomo, ehemals Piwik, ist ein Open-Source-Webanalyse-Tool zur Analyse des Nutzerverhaltens auf Webseiten. Es liefert zentrale Einblicke, wie Inhalte genutzt werden, über welche Kanäle Besucher kommen und welche Ziele erreicht werden. Damit entsteht eine fundierte Grundlage, um digitale Auftritte gezielt zu verbessern und unternehmerische Entscheidungen datenbasiert zu treffen.
Der besondere Unterschied zu vielen anderen Plattformen liegt im Fokus auf Datenschutz und Datenhoheit. Matomo kann so betrieben werden, dass sämtliche Daten unter eigener Kontrolle bleiben – etwa auf eigenen Servern oder in einer EU basierenden Cloud-Lösung. Dadurch lässt sich die Nutzung in vielen Fällen DSGVO-konform gestalten.
Für wen eignet sich Matomo?
- Organisationen mit hohen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen
- Betreiber mehrsprachiger oder länderübergreifender Websites
- Marken mit mehreren Domains oder Sub-Domains
- Teams, die vollständige Datenhoheit und BI-Exports wünschen
Hinweis
Schauen Sie gerne in unserem Ratgeber Google Analytics vs. Matomo vorbei, für einen Deep Dive der beiden Tools.
Die Entwicklung von Matomo
Die Wurzeln von Matomo reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Ursprünglich als phpMyVisites gestartet, wurde das Projekt bald in Piwik umbenannt und entwickelte sich rasch zu einer der beliebtesten Open-Source-Lösungen für Webanalyse.
Heute gilt Matomo nach Google Analytics als das zweitmeistgenutzte Webanalyse-Tool weltweit. Millionen Installationen belegen die Relevanz, besonders in Europa, wo Transparenz, Datenschutz und Unabhängigkeit von US-Anbietern stark nachgefragt werden.
Wie funktioniert Matomo?
Zwei Varianten des Trackings
1. Standard-Tracking (JavaScript-Code)
Über den Basis-Code werden automatisch grundlegende Daten erfasst – etwa Seitenaufrufe, Besuchsquellen, Gerätetypen oder die Verweildauer.
2. Erweiterte Tracking-Möglichkeiten (Tag Manager)
Für detailliertere Analysen kann zusätzlich der Matomo Tag Manager genutzt werden. Auch er basiert auf einem eingebundenen Code, bietet aber die Möglichkeit, Events flexibel zu definieren. Events sind individuelle Nutzeraktionen, die ohne tiefes Programmierwissen messbar sind – zum Beispiel:
- Klick auf einen bestimmten Button oder Link
- Erreichen einer bestimmten Scrolltiefe
- Tracking von Soft-Conversions z.B. Downloads
Hinweis
Für Unternehmen ist der Matomo Tag Manager besonders wertvoll, da er ohne Programmieraufwand die Messung individueller Nutzeraktionen erlaubt. So lassen sich geschäftsrelevante Ziele wie Leads, Conversions oder Interaktionen mit wichtigen Inhalten präzise nachverfolgen
Zusatzintegration für Matomo
Matomo lässt sich flexibel mit anderen Tools verbinden, sodass Daten nicht isoliert bleiben. Besonders relevant sind:
- Google Ads → Conversion-Daten aus Matomo können zurück in Google Ads gespielt werden.
- Google Search Console → Suchanfragen und Rankings lassen sich mit Besuchsdaten kombinieren.
- E-Commerce-Systeme → Shopsysteme wie WooCommerce oder Magento können direkt angebunden werden, um Verkäufe und Warenkörbe auszuwerten.
- BI-Tools & Exporte → Daten können per API oder Export in Business-Intelligence-Systeme überführt werden.
Damit eignet sich Matomo nicht nur als isoliertes Analysetool, sondern kann auch Teil einer größeren Datenstrategie werden.
Welche Matamo Lösungen gibt es?
Matomo steht in mehreren Betriebsvarianten zur Verfügung – die Wahl des Modells beeinflusst maßgeblich Aufwand, Kosten und den Grad an Datenkontrolle:
Modell | Betriebsaufwand | Datenhoheit | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| On-Premise | hoch | maximal (eigene Server) | Konzerne, Banken, Organisationen mit strengen Datenschutz-Anforderungen |
| Cloud | gering | hoch (EU-Server, aber beim Anbieter) | Unternehmen mit wenig IT-Ressourcen, schneller Einstieg |
| Managed | mittel | hoch bis sehr hoch (vertraglich geregelt) | Enterprise-Umgebungen, Outsourcing-orientierte Firmen |
| CMS-Plugin | gering | gering hoch (CMS-gebunden, eingeschränkt) | eingeschränkt) Kleinere Websites, Blogs, WordPress-Nutzer |
On-Premise (Selbst gehostet)
Die Open-Source-Version von Matomo lässt sich im eigenen Rechenzentrum oder bei einem EU-Hoster installieren. Damit behalten Unternehmen die volle Kontrolle über Infrastruktur und Speicherort der Daten. Diese Variante eignet sich besonders für Konzerne, Banken oder Behörden, die mit sensiblen Informationen arbeiten und strikte Compliance-Vorgaben einhalten müssen.
- Hosting von Matomo auf eigenen Servern
- Die Datenspeichern liegt in Ihrem Ermessen
- Vollständig anpassbar und erweiterbar
- Keine Datenbeschränkung
Matomo Cloud
Die Cloud wird von InnoCraft, der Firma hinter Matomo, betrieben. Sie ist die komfortabelste Variante, da keine eigene Infrastruktur notwendig ist: Installation, Wartung, Updates und Backups werden vollständig übernommen. Zudem sind in den Cloud-Plänen Premium-Features bereits enthalten, die bei On-Premise oft kostenpflichtig lizenziert werden müssen.
- Einfach einzurichten – keine technischen Kenntnisse erforderlich
- Gleicher Einrichtungsprozess wie bei Google Analytics
- Automatische Aktualisierungen
- Spart Zeit bei der Einrichtung, Wartung und Monitoring
Managed Service (MaaS)
Beim Managed Service übernimmt ein Dienstleister den Betrieb von Matomo. Unternehmen erhalten dabei eine dedizierte Instanz, die vollständig verwaltet wird – inklusive technischer Betreuung, Updates, Monitoring und Backups. Häufig sichern Service Level Agreements (SLA) verbindlich Verfügbarkeit, Supportzeiten und Sicherheitsstandards zu. Der Vorteil liegt in der hohen Datenhoheit bei gleichzeitiger Entlastung der internen IT; die Verantwortung wird allerdings mit dem Dienstleister geteilt.
- Betrieb, Updates und Sicherheit vollständig ausgelagert
- Klare Qualitätsstandards durch SLA
- Individuelle Anpassungen möglich
- Datensicherheit bei gleichzeitiger Entlastung der internen IT
CMS-Integration (WordPress)
Für WordPress gibt es das offizielle Plugin Matomo WordPress. Damit wird Matomo direkt im CMS betrieben und speichert die Analysedaten in derselben Datenbank wie die Website. Das sorgt für hohe Datenhoheit und eine einfache Einrichtung mit Berichten direkt im Dashboard. Für größere Websites ist die Lösung jedoch weniger geeignet, da sie bei hohem Traffic in puncto Performance und Erweiterbarkeit an Grenzen stößt.
- Schnelle Einbindung direkt im CMS
- Berichte bequem im Dashboard sichtbar
- Keine zusätzliche Infrastruktur erforderlich
- Ideal für kleinere Websites und Blogs
Matomo und der Datenschutz
Ein zentrales Argument für Matomo ist der Umgang mit Datenschutz. Während viele Analyseplattformen personenbezogene Daten an Dritte – oft außerhalb Europas – übertragen, kann Matomo so eingesetzt werden, dass alle Daten unter eigener Kontrolle bleiben. Dadurch lässt sich die Webanalyse in vielen Fällen DSGVO-konform gestalten.
Matomo bietet verschiedene Funktionen, um Datenschutzvorgaben einzuhalten:
- IP-Anonymisierung:Speicherung verkürzter IP-Adressen, sodass kein Rückschluss auf einzelne Personen möglich ist.
- Aufbewahrungsfristen: Individuell einstellbar, damit Daten nach definierten Zeiträumen automatisch gelöscht werden.
- Do-Not-Track-Option: Besucher, die Tracking in ihrem Browser deaktiviert haben, werden respektiert.
- Cookieless-Tracking: Matomo kann komplett ohne Cookies betrieben werden. Damit entfällt in vielen Szenarien die Pflicht zum Consent-Banner, da keine Informationen auf Endgeräten gespeichert oder ausgelesen werden.
Hinweis
Ob und in welchem Umfang Matomo datenschutzkonform eingesetzt werden darf, hängt von der individuellen Einrichtung und den Zusatzfunktionen ab. Die endgültige Bewertung liegt immer beim Datenschutzbeauftragten des Unternehmens, da jedes Unternehmen eigene Compliance-Vorschriften hat.
Welche Daten erfasst Matomo?
Die Auswertungen in Matomo gliedern sich in vier zentrale Bereiche:
1. Besucher – technische Merkmale und Herkunft der Nutzer (z. B. Länder, Geräte, Browser).
2. Verhalten – wie Besucher mit der Website interagieren (z. B. Seitenaufrufe, Scrolltiefe, interne Suche).
3. Akquisition – über welche Kanäle und Kampagnen Nutzer auf die Website gelangen.
4. Ziele – ob definierte Handlungen wie Conversions oder Downloads erreicht werden.
Zusätzlich können benutzerdefinierte Berichte erstellt werden, die individuelle Fragestellungen abdecken.
Je nach eingesetztem Modell (On-Premise, Cloud oder Premium-Erweiterungen) stehen darüber hinaus weitere Funktionen zur Verfügung. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Features – ✅ für Standardfunktionen, ⭐ für Premium-Module:
Feature | Beschreibung |
|---|---|
| ✅ Einstiegs-/Ausstiegsseiten | Über welche Seite Besucher starten und wo sie die Seite verlassen. |
| ✅ Aufenthaltsdauer | Verweildauer pro Seite und pro Besuch. |
| ✅ Herkunft der Besucher | Geografische Herkunft: Land, Region, Stadt. |
| ✅ Gerätetypen | Endgerät, Betriebssystem und Browser. |
| ✅ Verweisquellen | Kommen Besucher über Suche, Kampagnen oder externe Links? |
| ✅ Downloads & Outlinks | Erfasst Datei-Downloads und externe Klicks. |
| ✅ Ladezeiten | Analyse der Seitengeschwindigkeit. |
| ✅ Ziele | Erfolgreiche Handlungen wie Käufe oder Leads. |
| ✅ Event-Tracking | Individuelle Nutzeraktionen (z. B. Klicks, Scrolltiefe). |
| ✅ Custom Dimensions | Eigene Kennzahlen auf Besuchs- oder Aktionenebene. |
| ⭐ Funnel-Analyse | Mehrstufige Conversion-Prozesse sichtbar machen. |
| ⭐ Form-Analytics | Absenden und Abbrüche von Formularen messen. |
| ⭐ Heatmaps & Session Recording | Visuelle Darstellung von Klicks, Mausbewegungen und Nutzer-Sessions. |
| ⭐ Media-Analytics | Analyse von Video- und Audio-Interaktionen. |
Matomo Dashboard
Das Dashboard ist der zentrale Einstieg in Matomo. Hier laufen alle wichtigen Kennzahlen zusammen und lassen sich in Form von Widgets darstellen.
- Individuell anpassbar: Jedes Unternehmen kann sein Dashboard nach den eigenen Zielen gestalten – etwa Fokus auf Conversions, Besucherzahlen oder Kampagnen.
- Widgets: Einzelne Kacheln für Berichte (z. B. Top-Seiten, Zielabschlüsse, Besucher in Echtzeit) können hinzugefügt, verschoben oder entfernt werden.
- Schneller Überblick: Statt in tiefe Berichte einzutauchen, reicht oft ein Blick aufs Dashboard, um Trends und Entwicklungen zu erkennen.
Hinweis
Matomo ist die bessere Wahl für Unternehmen, die Wert auf Datenschutz, Datenhoheit und vollständige Kontrolle legen – und dabei keine Abstriche bei der Analysequalität machen möchten.
Unterschied zwischen Matomo Analytics und Google Analytics
Google Analytics ist weltweit das meistgenutzte Webanalyse-Tool. Matomo gilt dagegen als die datenschutzfreundliche Alternative und hat sich insbesondere in Europa etabliert.
Aspekt | Google Analytics | Matomo Analytics |
|---|---|---|
| Datenschutz | Datenübertragung an Google-Server, oft außerhalb der EU → problematisch im Hinblick auf DSGVO. | Daten bleiben je nach Hosting (On-Premise, Cloud, Managed) vollständig unter eigener Kontrolle. |
| Datenhoheit | Google behält Zugriff und kann Daten für eigene Zwecke nutzen. | 100 % Kontrolle über Daten, kein Zugriff durch Dritte. |
| Kostenmodell | Kostenlos nutzbar, „Zahlung“ über Datenweitergabe. | Open Source kostenlos (On-Premise), Cloud und Premium-Plugins kostenpflichtig. |
| Funktionstiefe | Gute Standard-Reports, stark in Google-Ökosystem integriert (Ads, Search Console). | Flexibel erweiterbar, keine Sampling-Limits, Premium-Features wie Heatmaps oder Media-Analytics. |
| Datenqualität | Teilweise Sampling bei großen Datenmengen, wodurch Ergebnisse ungenauer sein können. | Keine Sampling-Limits, vollständige Datensätze. |
| Consent | Fast immer Cookie- und Consent-Banner notwendig. | Mit cookielosem Tracking in vielen Fällen ohne Consent einsetzbar. |